Was heißt „stiller Aufstand“ ganz praktisch?
Unser Aufstehen für das Leben ist keine Theorie. Es ist eine innere Haltung, die zu einem Empfinden und Handeln im Dienste des Lebens führt – Tag für Tag und überall dort, wo sich Menschen diesem Mycel zugehörig fühlen. Kraft erfährt dieser Aufstand dadurch, dass wir uns zusammenschließen – still und zunächst unsichtbar – und gemeinsam an einem Feld der Liebe weben, das nach und nach in die Welt hineinwirkt und sie wandelt.

Im persönlichen Leben
Jeder, der sich diesem Aufstand verpflichtet fühlt, wirkt an seinem Ort, auf seine Weise. Drei ethische Grundsätze können ihn dabei leiten:
– Einfachheit: Dies kann reichen von einem bewussten, ökologisch sinnvollen Konsumverhalten, das auch den Umgang mit dem Geld bedenkt, bis hin zu einer Stärkung des alltäglichen sozialen Miteinanders, der Naturverbundenheit und der Nachhaltigkeit.
– Geist des Nichtverletzens: Dies reicht über einen respektvollen Umgang mit anderen Menschen und der Natur über einen Kommunikationsstil im Sinne der gegenseitigen Wertschätzung bis hin zu einer vegetarischen oder veganen Lebensweise.
– Gewissensorientierung: Bei jeder Entscheidung im privaten, beruflichen und gesellschaftlichen Leben ist das eigene Gewissen die leitende Instanz. Das kann reichen vom Verzicht auf Produkte, die in Kinderarbeit und/oder verbunden mit Tierleid und Umweltzerstörung produziert wurden, bis hin zum Wechsel einer Arbeitsstelle, die man als unethisch einstuft. Ein meditativer Weltzugang dient dabei immer neu zur inneren Ausrichtung und zur Klärung des Gewissens.

In der Verbundenheit mit anderen
Das Mycel wächst durch die Aktivitäten jedes Einzelnen, der sich ihm zugehörig fühlt. Die Gemeinschaft befreit aus dem Gefühl des „Andersseins“ und des Alleinstehens in den großen Fragen des Lebens, sie gibt innere Stärkung und äußere Orientierung.
– Gespräche: In Alltagsgesprächen kann das Wissen um den stillen Aufstand neue Klarheit schenken, die sich auch auf andere überträgt.
– Regionale Gruppen: In einigen Städten veranstalten Menschen bereits Treffen zum Thema. Dabei tauschen sie sich in achtsam geführten Dialogen aus, stärken sich gegenseitig in ihrer lebensdienlichen Haltung und kreieren Ideen des möglichen Wirkens in der Welt. Sie entdecken neue Räume, wie sich künftig leben lässt, geben sich Tipps zum praktischen ethischen Handeln und tanken Zuversicht und Mut.
– Vorträge: Einer der Hauptinitiatoren der Bewegung, Prof. Claus Eurich, schildert prägnant und berührend, wie es um die Welt heute steht, welche Dringlichkeit zum Umdenken besteht und wie ein lebensdienliches Wirken auf unserem Planeten aussehen kann. Im gesamten deutschsprachigen Raum, auch auf Anfrage.
– Meditation: Dieser stille Aufstand vertraut der Kraft aus der Stille, aus der inneren Sammlung. Einmal wöchentlich gibt es darum eine gemeinsame Meditation – jeder von seinem Ort aus, alle zur gleichen Zeit –, mit der wir das Feld der Liebe zum Leben stärken.

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