Was heißt Stiller Aufstand ganz praktisch?

Unser Aufstehen für das Leben ist eine innere Haltung, die zu einem Empfinden und Handeln im Dienste des Lebens führt – jederzeit und überall dort, wo sich Menschen diesem Gedanken zugehörig fühlen. Kraft erfährt dieser Aufstand dadurch, dass wir uns zusammenschließen – still und zunächst unsichtbar – und gemeinsam an einem Feld der Verbundenheit mit allem Leben weben, das nach und nach in die Welt hineinwirkt und sie wandelt.

Im persönlichen Leben

Jede Frau und jeder Mann, die sich diesem Aufstand verpflichtet fühlen, wirken an ihrem Ort, auf ihre Weise. Vier ethische Grundsätze können dabei leiten:
– Geschwisterlichkeit: Leben ist nicht teilbar. Wie Albert Schweitzer formulierte: Wir sind Leben, das leben will, inmitten von Leben, das leben will. Entsprechend versuchen wir, uns allem Leben, das uns umgibt, in einem Geist der Geschwisterlichkeit, der verwandtschaftlichen Beziehung, zuzuwenden.
– Einfachheit: Dies kann reichen von einem bewussten, ökologisch sinnvollen Konsumverhalten, das auch den Umgang mit dem Geld bedenkt, bis hin zu einer Stärkung des alltäglichen sozialen Miteinanders, der Naturverbundenheit und der Nachhaltigkeit. Wir können lernen, auf das zu verzichten, was es zu einem Leben in Würde nicht braucht.
– Geist des Nichtverletzens: Dies reicht über einen respektvollen Umgang mit anderen Menschen und der Natur über einen Kommunikationsstil im Sinne der gegenseitigen Wertschätzung bis hin zu einer vegetarischen oder veganen Lebensweise. Nichtverletzten bedeutet auch, dass wir allem verletzten Leben zugewandt und unterstützend begegnen.
– Gewissensorientierung: Bei jeder Entscheidung im privaten, beruflichen und gesellschaftlichen Leben ist das eigene Gewissen die leitende Instanz. Das kann reichen vom Verzicht auf Produkte, die in Kinderarbeit und/oder verbunden mit Tierleid und Umweltzerstörung produziert wurden, bis hin zum Wechsel einer Arbeitsstelle, die man als unethisch einstuft. Ein meditativer, kontemplativer Weltzugang dient dabei immer neu zur inneren Ausrichtung und zur Prüfung bzw. Klärung des Gewissens.

In der Verbundenheit mit anderen

Der Stille Aufstand wächst durch die Aktivitäten jedes Einzelnen, der sich ihm zugehörig fühlt. Die Gemeinschaft befreit aus dem Gefühl des „Andersseins“ und des Alleinstehens in den großen Fragen des Lebens, sie gibt innere Stärkung und äußere Orientierung.
– Gespräche: In Alltagsgesprächen kann das Wissen um die Zugehörigkeit zum Stillen Aufstand neue Klarheit schenken, die sich auch auf andere überträgt.
– Regionale Gruppen/Zugehörigkeit: In einigen Städten veranstalten Menschen Treffen zum Thema. Dabei tauschen sie sich in achtsam geführten Dialogen aus, stärken sich gegenseitig in ihrer lebensdienlichen Haltung und kreieren Ideen des möglichen Wirkens in der Welt. Sie entdecken neue Räume, wie sich künftig leben lässt, geben sich Tipps zum praktischen ethischen Handeln und tanken Zuversicht und Mut. Wer sich dem Stillen Aufstand zugehörig fühlt und die vier Leitmaximen teilt, aber keine regionale Gruppe aufbauen oder einer angehören möchte, hat die Möglichkeit, sich in eine Liste auf unserer Homepage mit Namen, Ort und ggf. Kontaktdaten aufnehmen zu lassen. So stellt er/sie Sichtbarkeit in einer bestimmten Region her und steht für Kontaktaufnahme zur Verfügung.
– Meditation: Dieser Stille Aufstand vertraut der Kraft aus der Stille, aus der inneren Sammlung. Einmal wöchentlich, und zwar mittwochs im Zeitraum von 7–8 Uhr, gibt es darum eine gemeinsame Meditation – jeder an seinem Ort. So können wir das Feld der Liebe zum Leben stärken.
Unser Papier zum Download.